Mit der dritten Etappe erreicht die Außenrenovierung des Doms zu St. Pölten ihre bislang umfangreichste Phase. Die Arbeiten umfassen die Restaurierung der Nord- und Südfassade sowie die Erneuerung des Daches des Langhauses. Nach Ostern werden die Domfassaden eingerüstet. Der Abschluss der Arbeiten ist vor dem 11. September 2026 geplant, an dem ein Konzert am Domplatz stattfinden soll. An der Ecke der Stadtbibliothek wird für die Bauarbeiten ein Turmdrehkran errichtet.
Ein zentraler Teil der Arbeiten betrifft die Dachdeckung des Langhauses. Die gesamte Dachfläche beträgt rund 1100 Quadratmeter und umfasst etwa 36.000 Dachziegel. Davon entfallen rund 300 Quadratmeter auf die Apsis, deren besondere Form es erforderlich macht, jeden einzelnen Ziegel passgenau zuzuschneiden. Die neue Dachdeckung wird als „Biberschwanz-Doppeldeckung“ ausgeführt und farblich auf das benachbarte Bistumsgebäude abgestimmt; vorgesehen ist ein braunroter Ton. Die bestehende Dachdeckung ist rund 100 Jahre alt. Sie wurde im Laufe der Zeit immer wieder stellenweise ausgebessert, hat jedoch insgesamt das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.
Im Zuge der Zimmermannsarbeiten wird der Dachstuhl genauer überprüft. Nach derzeitiger Einschätzung befindet er sich in gutem Zustand. Die Dachlattung und die Schalungen werden jedoch erneuert. Erst nach der Entfernung der alten Dachdeckung wird sich zeigen, ob und in welchem Ausmaß zusätzliche Schäden vorhanden sind.
Auch Spenglerarbeiten sind vorgesehen. Das bestehende Kupferblech ist größtenteils in gutem Zustand und wird – soweit erforderlich – repariert und weiterverwendet. Eisenblechteile wie Regenrinnen und Fallrohre werden hingegen durch Kupferblech ersetzt. Das Eisenblechdach auf der Nordseite erhält eine neue Beschichtung. Darüber hinaus ist eine Reparatur der Fenster geplant, insbesondere der Laternen über den Seitenschiffen. Der südseitige Kreuzgang ist jedoch nicht Teil dieser Bauetappe.
Parallel dazu wird an einem barrierefreien Zugang zum Dom gearbeitet. Dieses Projekt befindet sich derzeit noch in der Planungsphase. Der Beginn der Umsetzung ist für 2026 vorgesehen. Für die konkrete Lösung sind Abstimmungen mit dem Bundesdenkmalamt sowie mit der Stadt St. Pölten notwendig. Eine der diskutierten Varianten sieht vor, das Bodenniveau des Domplatzes im Bereich des Südeingangs abzusenken, um einen barrierefreien Zugang zum Dom zu ermöglichen.
Mehr dazu finden Sie auch im ORF Beitrag
